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Dieser Schnappschuss, entlang eines Wanderweges in den Dolomiten, bewirkte eine Kettenreaktion an Gedanken: „War das Tor, bevor es das geschmackliche Interesse der Kuh erweckte, einmal heißgeliebter Zielpunkt einer Jugendmannschaft im Dorf, wurde es gegen ein neues Tor ausgetauscht? Hat man komplett darauf verzichtet? Blieben fußballbegeisterte Besucher aus? Lohnte es sich daher nicht, weiter an einem Fußballplatz festzuhalten?“ Sie meinen, solche Gedanken kann nur jemand haben, der zu viel Zeit hat? Ich gebe Ihnen Recht. An jenem Tag habe ich mir viel Zeit genommen. Und ich würde mir wünschen, dass sich Management und CRM-Verantwortliche in Fußballvereinen die Zeit nehmen darüber nachzudenken, wie sie bestehende Vereinsmitglieder und selbstverständlich auch Nicht-Mitglieder individuell ansprechen und ihren Wünschen und Bedürfnissen mit Aufmerksamkeit begegnen können.

Kennen Sie Ihre Fans?

Die viel diskutierte Kundenbindung in der freien Marktwirtschaft spielt auch im Fußball eine große Rolle. Der Fan will wahrgenommen werden. Einige wenige Vereine in der Bundesliga haben es bereits verinnerlicht, andere beschäftigen sich zumindest mit dem Fakt, dass der Fan neben Sponsoring und TV-Geldern wertvolles Gut für einen Verein ist. Bei größeren Vereinen der ersten und zweiten Bundesliga wurden CRM-Systeme und mehr oder minder erfolgreiche Loyalty-Programme eingeführt oder sie sind zumindest in Planung. Mir geht es vielmehr um die finanziell weniger gut aufgestellten Vereine in der zweiten und dritten Liga, für die verständlicherweise andere Prioritäten gelten als sich mit Themen wie Digitalisierung, Kundenbindung und somit um die intensivere Beziehung zum Fan auseinanderzusetzen. Prioritäten müssen gesetzt werden, das leuchtet ein. Dennoch sollte für einen mittel- bis langfristig erfolgreichen Ausbau der Beziehung zwischen Verein und Fan der Punkt „Fokus auf den Fan“ nicht vernachlässigt werden.

Digitale Wertschätzung

Ich bin der Meinung, dass Verantwortliche in den Vereinen einen großen Fehler begehen, wenn sie auf ein für sie geeignetes Kundenbindungsprogramm verzichten. Die „digitale Wertschätzung“, die mittlerweile nahezu jeder Kunde in der freien Marktwirtschaft erwartet, sollte insbesondere im Fußball präsent sein. Im Fußball geht es wesentlich mehr um Emotionen als beim Erwerb eines Rasenmähers, den ich mir mal eben über Amazon bestellen kann. Immerhin werden mir in Folge noch Rasendünger und Gartenarbeitshandschuhe angeboten. Was wird mir im Online Shop mancher Fußballvereine angeboten, nachdem ich mir mein Damen-Trikot gesichert habe und ich wohlbemerkt meine Daten inklusive Angabe des Geschlechtes hinterlegt habe? Ein Herren-Kapuzenshirt. Meine Begeisterung hält sich in Anbetracht dieser Kommunikation in Grenzen. Als Fan oder Sympathisant des Vereins bin in enttäuscht.

Kein Budget?

Ein von den Vereinen häufig geäußertes Argument sind die fehlenden finanziellen Mittel, die für die Einführung eines geeigneten Loyalty-Programmes benötigt werden. Das Argument ist natürlich durchaus schlagkräftig, muss aber dennoch kein K.O.-Kriterium sein: Budgets werden priorisiert, und ich bin der Überzeugung, dass sich jeder Verein darüber im Klaren ist, über kurz oder lang das Thema Digitalisierung in Angriff nehmen zu müssen. Demzufolge sollte ein entsprechendes Budget zukunftsnah eingeplant werden, denn die Fragen: „Wie gehe ich mit unseren Fan-Daten um, und wie setze ich sie optimal ein, um einen Mehrwert für den Verein und unseren Fan zu erzielen?“ spielen eine grundlegende Rolle. Klingt nach einem gigantischen Berg an Arbeit und riesigem Budget?

Lösung:

Sie müssen nicht alles auf einmal umsetzen. Der Anfang ist schon gemacht, wenn sich Management und Marketingverantwortliche in den Fußballvereinen Zeit nehmen und folgende Überlegungen anstellen: 

  • Wo sehen wir uns langfristig mit unserem Verein und den Fans?
  • Was bieten wir aktuell unseren Fans, Besuchern oder Mitgliedern?
  • Welche Rolle spielt bei uns die Akquise von Neu-Mitgliedern?
  • Welche Fan-/Mitglieder-/Besucherdaten liegen uns vor?
  • Wie ist unser Merchandising und #Ticketing aufgestellt?
  • Welche Kommunikationskanäle stehen uns zur Verfügung und werden sie optimal genutzt?

Basierend auf diesen Ergebnissen lässt sich unter Berücksichtigung der individuellen Möglichkeiten und Bedürfnisse eines Vereins ein wertvoller Schritt in Richtung Fan-Bindung gehen.

Je früher Fußballvereine eine strategische Fan-Bindung planen, desto professioneller, flexibler und schneller kann künftig in der Kommunikation zwischen Fan und Verein agiert werden – und dies Schritt für Schritt, von Spiel zu Spiel und mit professioneller Begleitung durch CRM-Experten und Datenanalysten, die Hand-in-Hand mit Ihnen in enger Abstimmung zusammenarbeiten. Kontaktieren Sie uns doch einfach mal – wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

von: Stefanie Thielen